eliska bartek

künstlerstatement

Mein Leben ist die Kunst. Ob es die Geschichte meines Lebens ist, ob ich es bin. Ob es das Essen oder Kochen sind. Ob es das Feiern ist. Ob es das Malen ist. Alles um mich herum ist Kunst und meine Kunst.

 

Ich verstehe mich als Malerin. Dem nicht Eingeweihten erscheint es jedoch, als gäbe es viele verschiedene Richtungen. Nur wer genaue hinsieht erkennt, dass es sich immer um die gleiche Idee in vielen Sprachen formuliert handelt: Aquarell, Öl, Photographie, Radierung, Photogramm, Video.

 

Als freiheitsliebender Mensch lasse ich mich irgendwo nieder, passe mich an. Es geht sogar so weit, dass sich mit der Zeit mein Äußeres verändert: wie „Beilien” in China. Ich nehme die Umgebung äußerlich wie innerlich an, lerne die Sprache und Sitten kennen und arbeite dann, beeinflusst durch die neue Kultur, an meiner eigenen Vision (so entstanden z.B. in China die Serie Lotus Tusche und die Aquarelle auf Reispapier). In der Schweiz wohnte ich auf einem Bauernhof und wurde fast zur Bäuerin. Es war eine sehr abgelegene und stille Gegend und ich malte ruhige monochrome Bilder. In Kuba schrieb ich ein Tagebuch, arbeitete an einer Fotoserie und malte Aquarelle. Die Beschreibungen im Tagebuch sind mit Worten gemalt. In Maggia, im Tessin, atme ich die Landschaft und so entstand die Serie mit 56 Aquarellen „Diario di Maggia“.

 

Meine Cliché verre-Arbeiten und Photogramme sind für mich ebenso Malereien. Nur ist nicht die Leinwand der Träger der Abbildung, sondern das Fotopapier. Malen mit dem Licht. So funktionieren auch meine großformatigen Blumenfotos. Ich benutze die weißen Magnolien als Leinwandträger und bemale sie mit Licht. Auch die Schwarzweiß-Fotografie ist so gestaltet - mit dem Licht. Anstatt eines Bleistiftes halte ich die Kamera in der Hand. Mit einer offenen Linse hole ich mir das Licht des Mondes und male so meinen Namen in den Himmel.

 

Auf meinen Bildern sind keine Menschen zu sehen. Ich bin eine gesellige Person, aber ich ziehe mich auch gerne in die Einsamkeit zurück. Und in dieser sind alle meine Arbeiten entstanden. Ob die Arbeiten aus China, die neuen Aquarelle oder auch meine Bergbilder - ich male mit einem Gefühl und mit Emotionen, und das Auge kontrolliert die Bilder von außen. Ich will in meinen Arbeiten das Mysterium „Leben“ erfassen. Denn ich habe viel erlebt und fast alles gelebt und hoffe, das unaussprechliche Geheimnis des Lebens in meinen Bildern zu erfassen. 

Und ich habe noch sehr viel zu sagen.

 
 

biografie

 

 

geboren in Novy Jicin, Tschechoslowakei

 

1972

Flucht nach Westdeutschland

 

1976-1986 Privatunterricht bei Fritz Deutsch,

Ausbildung an der Kunstgewerbeschule Zürich bei František MitaCek und bei

Emil Schwarz an der Kunstschule Form und Farbe, Zürich.

 

1996

Mitgliedschaft im Künstlerhaus Wien, Diplom der Masaryk Academy of Art, Prag.

 

lebt und arbeitet in Berlin und im Tessin (Schweiz)